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Ein Totenkult ist die Verehrung von Verstorbenen

Gepostet von Glory am Jun 24, 2011 in Totenkult

Ein Totenkult ist die mehr oder weniger ritualisierte Form des Ausdrucks der Hochschätzung, der Verehrung oder der Anhänglichkeit von Verstorbenen. Dies gilt während und vor allem nach ihrer Bestattung für eine gewisse Zeit oder ohne einen begrenzten Zeitraum. Besonders häufig findet dieser Totenkult an Grabmälern statt, wodurch die Erinnerung an die Verstorbenen für die Nachwelt erhalten werden soll. Bei Totenkulten handelt es sich um eine äußerst offensichtliche Form von Erinnerungskulturen. Bestattungsfeiern und Bestattungsrituale finden dabei in jeder Kultur in ihrer eigenen Form statt. Innerhalb von Religionsgemeinschaften, die sich aus dem Christentum entwickelten, gibt es Einäscherungen, Einsargungen, Reliquienverehrung, Gedenktage und Trauerfeiern.

Der Begriffsbereich des Totenkultes

Das Wort Totenkult ist nicht so allgemein gefasst wie der Ahnenkult. Denn der Ahnenkult umfasst ebenso die Verehrung von Vorfahren, von denen mythische Geschichten, Sagen oder Legenden erzählt werden. Daher beinhaltet jeder Ahnenkult auch einen Totenkult. Doch nicht jeder Totenkult ist ein Ahnenkult. Allgemeinhin gilt die Auffassung, dass ein Toten- oder Ahnenkult den Glauben an eine Weiterexistenz oder ein Fortleben des Verstorbenen oder der Vorfahren voraussetzt innerhalb eines mehr oder weniger ausformulierten Glaubens. Diese Annahme ist psychologisch jedoch nicht zwingend. Denn Totenbestattungen könnten aufgrund einer Verbundenheit mit dem Verstorbenen zustande gekommen sein. Erst nachdem bei Grabungen für die Verstorbenen Beigaben wie Nahrungsmittel gefunden wurden, kam die Annahme nahe, dass diese für das Weiterleben im Totenreich oder in der Unterwelt notwendig sein könnten.

Totenkult im alten Ägypten

Im alten Ägypten herrschte der Glaube vor, nach dem Tod im Jenseits weiterzuleben. Das Weiterleben war das höchste Ziel der Ägypter, worauf sie sich schon während ihres Lebens vorbereiteten. Daher mumifizierten sie die Körper der Verstorbenen, da sie annahmen, die Verstorbenen würden ihre Köper auch im Jenseits noch brauchen. Mithilfe der Bestattungsrituale sollte der Weg in das Jenseits geebnet und erleichtert. Verschiedene Grabbeigaben sollten ihnen das Leben im Jenseits so angenehm wie möglich gestalten. Dazu gab es Arbeiterfiguren, die beispielsweise die Felder der Verstorbenen im Jenseits bestellen sollten. Für die Gewährleistung der Diensterbringung wurden in diese Figuren Texte geritzt, die dem Verstorbenen Hilfe garantieren sollten. Ebenso erhielten sie regelmäßig Speise und Trank als Opferbeigaben. Den Toten wurden sogar Briefe geschrieben. Auch Amulette waren in den Bandagen der Verstorbenen enthalten, die diese schützen sollten. Es war für das Leben im Jenseits von wichtiger Bedeutung, ein anständiges und gerechtes Leben zu führen, da im Jenseits das Herz des Verstorbenen vor dem Totengericht auf eine Waagschale gelegt werden würde. Die ägyptische Mythologie nimmt an, dass sich der Mensch aus sechs Wesenszügen zusammensetzen würde. Die drei weltlichen, sterblichen Teile bestanden aus dem Körper, dem Schatten und dem Namen. Weiterhin gab es drei unsterbliche, geistige Teile des Menschen. Diese waren Ka, Ba und Ach. Das Ka versorge den Menschen mit Nahrungsmitteln, die im Jenseits notwendig sind. Dieses ist ihm ähnlich wie ein Bruder. Das Ba hingegen soll mit dem Herzen des Menschen verbunden sein. Mithilfe dessen kann er am Tag die lebendige Welt besichtigen. Im Ach hingegen vereinen sich diese Teile an der Körperhülle des verstorbenen Menschen, der daraufhin als ewige Seele zu den Göttern angehört.

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